Ein schöner Abend ohne Happy End

Diesen Abend hatten sich die Braunschweiger Spieler und Fans definitiv anders vorgestellt! Statt eines frenetisch gefeierten Erfolges in der VW-Halle gab es zeitweise getrübte Stimmung. Und das lag sowohl an der Spielqualität als auch am Ergebnis dieser Drittliga-Partie: Vor den Augen der knapp 3000 Zuschauer unterlag der MTV den Gästen des HSV Hannover mit 22:28 (12:15).

Keine Frage: Es war ein schöner Abend. Wenn 3000 Handball-Fans in großer Halle zusammenkommen, ist das quasi ein Selbstläufer, was die Atmosphäre angeht. Gesänge, Geklatsche und Anfeuerungsrufe bei diesem wunderbar schnellen Sport – Langeweile gibt es beim Handball nicht. Aaaaaaber: Für Stimmung der Extraklasse fehlte es diesen Abend am richtigen Ergebnis. Und an der Qualität seitens des Braunschweiger Spiels.

Vielleicht lag es an der Nervosität ob der großartigen Kulisse, vielleicht war es aber auch einfach nicht der Tag des MTV: Die Männer von Coach Volker Mudrow hatten gegen Hannover schlichtweg keine Chance. Einer Gästeführung liefen sie stets hinterher, zeitweise gerieten sie gar mit sechs Toren in Rückstand. Und arbeitete sich Braunschweig doch einmal auf bis zu zwei Tore heran, scheiterte man an mangelnder Chancenverwertung oder an unzureichendem Abwehrverhalten. Wir hätten noch den ganzen Abend weiterspielen können, wir hätten das Ding einfach nicht gewinnen können, sagte ein frustrierter Niklas Wolters nach dem Schlusspfiff.

Gleich zu Beginn der Partie war den heimischen Fans klar, dass das ein kniffliger Abend würde werden können. Knapp sechs Minuten traf der MTV nicht einmal ins Tor, Hannover dafür umso häufiger (0:4). Philipp Krause erlöste mit einem schönen Treffer, überhaupt traf der Rückraumspieler am häufigsten aller Akteure auf der Platte. Dennoch reichten seine neun Tore nicht, um die Partie zugunsten des MTV zu drehen.

Wir waren vor allem in der ersten Hälfte zu schwach in der Abwehr und haben unsere Chancen nicht genutzt, analysierte Niklas Mühlenbruch. Und wir hatten dann auch noch Pech.Der Kreisläufer meinte damit diverse Abpraller vom Tor, die stets direkt in die HSV-Hände fielen – und schwupps, waren die Gäste erneut in Ballbesitz. Das war sehr ärgerlich, aber natürlich nicht Grund für die Niederlage, so Mühlenbruch.

Nach einem 6:11-Rückstand kämpfte sich Braunschweig zum Halbzeitpfiff auf drei Tore heran (12:15), die Hoffnung auf eine Wende war im Publikum spürbar. Und obwohl man zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder etwas den Anschluss verlor, sich dann aber erneut herankämpfte (18:20), schaffte es der MTV einfach nicht, sich eine Führung zu erspielen. Und geriet erneut ins Hintertreffen. Wie Niklas Wolters schon sagte: An diesem Abend war ein Erfolg einfach nicht drin, egal, wie lange noch gespielt worden wäre

Viele Fans traten etwas getrübt die Heimreise an, und doch zeigte der Abend einmal mehr, dass Braunschweiger Handball das Potenzial für die große Bühne besitzt. Wenn alles rund läuft, wird es im Dezember eine Wiederholung geben; und dann hoffentlich mit einem heimischen Erfolg und Stimmung der Extraklasse.

MTV: Wendland, Mellmann, Serbest Jan-Bennet Kanning, Lukas Friedhoff, Niklas Mühlenbruch (1), Johannes Krause (2), Niklas Wolters, Philipp Krause (9/4), Jacob Bertram, Damian Didyk (1), Nikolaus Tzoufras (1), Bela Pieles (5), Lasse Giese, Vincent Schmidt, Artjom Antonevitch (3).